Punktabzug für Limerick

Limerick hat als Konsequenz des im September eröffneten Insolvenzverfahrens nachträglich Punkte aus der abgelaufenen Saison abgezogen bekommen – und zwar ziemlich viele: Es wurden 26 Punkte abgezogen, was Limerick mit nur noch 10 verbleibenden Punkten ans Tabellenende befördert, einen Punkt hinter den bisherigen Tabellenletzten aus Wexford. Mir scheint, dass genau das die Intention hinter dem so massiven Punktabzug ist: Limerick sollte wegen der Insolvenz ans Tabellenende rutschen.

Wie das Insolvenzverfahren ausgeht, ob der Verein das Verfahren übersteht oder ob eventuell nächste Saison anstelle von Limerick FC ein neuer Verein in die First Division einsteigt, ist bislang, so weit ich weiß, noch völlig offen.

Insolvenzverfahren für Limerick FC

Dass Limerick FC finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet ist, ist schon länger bekannt. Bereits letzte Saison gab es Unregelmäßigkeiten bei der Zahlung der Gehälter, was sich diese Saison offenbar wiederholte. Im Sommer haben einige Spieler deswegen den Verein verlassen. Vor einigen Tagen wurde dann vermeldet, dass der Verein „Examinership“ beantragt, ein Verfahren im irischen Insolvenzrecht, bei dem dem Verein vom Gericht ein „Examiner“ zugeteilt wird. Aufgabe des Examiners ist es, die Situation eines Unternehmens zu analysieren und einen Insolvenzplan zu entwickeln, der den Gläubigern vorgelegt wird, mit dem Ziel, das Unternehmen wenn möglich zu erhalten. Dieser Examiner wurde nun zugewiesen, womit Limerick FC offiziell in einem Insolvenzverfahren ist.

Neben dem Insolvenzverfahren läuft seit einigen Tagen auch eine Untersuchung wegen möglicherweise verschobenen Spielen mit Beteiligung von Limerick FC. Besonderer Augenmerk liegt dabei wohl auf der verlorenen Pokalpartie gegen Sligo Rovers, als gleich drei Limerick-Spieler vom Platz gestellt wurden. Alles in Allem also keine guten Zeiten für Limerick. Da die reguläre Saison in der First Division in wenigen Wochen vorbei ist und Limerick die Playoffs nicht mehr erreichen kann, ist wohl damit zu rechnen, dass die laufende Saison noch zu Ende gespielt wird. Was danach passiert, hängt wohl vom Verlauf des Insolvenzverfahrens ab. Die FAI scheint aber ein Interesse daran zu haben, dass die Stadt Limerick weiterhin in der League of Ireland vertreten ist, sei es durch Limerick FC nach einem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens oder durch einen neuen Verein, der an Stelle von Limerick FC eine Lizenz beantragt.

Stephen O’Donnell ist neuer Trainer von St. Patrick’s Athletic

Stephen O’Donnell ist am Samstag als neuer Trainer von St. Patrick’s Athletic vorgestellt worden. O’Donnell hatte am Ende der letzten Saison seine aktive Spielerkarriere bei Dundalk beendet und war seitdem als Scout zur Gegnerbeobachtung für Dundalk tätig. Im Trainerbereich ist er (zumindest auf diesem Level) ein Neuling, und die Zeit wird zeigen, ob er die Anforderungen erfüllt und mehr aus der Mannschaft herausholen kann als es sein Vorgänger Harry Kenny konnte.

Neale Fenn offiziell in Cork vorgestellt

Cork City hat heute Morgen offiziell Neale Fenn als neuen Trainer vorgestellt. Überraschend kam das nicht, da Fenn ja bereits in Longford zurückgetreten war und einige Medien schon Mitte letzter Woche vermeldet hatten, Fenn sei sich mit Cork City einig. Fenn bekommt einen Mehrjahresvertrag, wird also die Aufgabe haben, den Verein in den nächsten Jahren wieder auf die Erfolgsspur zurückzuführen.

Interimstrainer John Cotter rückt offenbar in die zweite Reihe zurück und bleibt als Co-Trainer im Verein. Das geht zwar nicht aus der Pressemitteilung hervor, wohl aber aus der aktualisierten Info über das Trainerteam auf der Vereinswebsite.

Nachtrag: John Cotter hat einen Tag nach der Vorstellung von Neale Fenn seinen Abschied aus dem Verein bekannt gegeben. Er bleibt damit also doch nicht als Co-Trainer im Verein.

Pokalüberraschungen und Trainerrücktritte

Eigentlich könnte ich heute wieder mehrere Beiträge schreiben, ich versuche aber mal, es in einen zu packen. Ich fange mal an mit dem FAI Cup, und nachdem die erste Runde keine Überraschungen bereit hielt, war es in der zweiten anders, und leider (aus meiner Sicht) war Cork City betroffen: Galway United, das in der First Division nicht gerade eine überzeugende Saison abliefert, schlug Cork City mit 1:0. Das Tor fiel in der Nachspielzeit der ersten Hälfte einer Partie, in der Cork City eine schwache Leistung bot und Galway mit mehr Einsatz das bessere Team war. Damit kommt es dieses Jahr definitiv nicht zur gleichen Finalbegegnung wie in den letzten vier Jahren, da mit Cork City einer der Finalisten schon raus ist.

Eine Freistoßsituation war eine der wenigen Chancen, die Cork City sich in Galway erspielte

Der andere Finalist der letzten vier Jahre, Titelverteidiger Dundalk, hatte in Derry Mühe, kam dann aber doch nach Verlängerung weiter. Bis ins Elfmeterschießen ging die Partie Bohemians gegen Longford, wo sich am Ende dann aber doch der Favorit durchsetzte. Favorisiert war nach den Ergebnissen der letzten Wochen auch St. Patrick’s Athletic bei UCD, hier gab es aber die zweite Überraschung: UCD gewann unter dem neuen Trainer mit 3:1, was dann noch Konsequenzen hatte – dazu weiter unten mehr. Acht Tore und vier Platzverweise gab es bei Sligo Rovers gegen Limerick, nach Toren stand es dort am Ende 6:2, nach Platzverweisen 1:3.

Bohemians 4:3 i.E. (1:1 n.V.) Longford Town
UCD 3:1 St Patrick’s Athletic
Derry City 2:3 n.V. Dundalk
Galway United 1:0 Cork City
Shamrock Rovers 4:0 Drogheda United
Glengad United 0:2 Waterford
Sligo Rovers 6:2 Limerick
Crumlin United 3:1 Lucan United

Trainerrücktritte bei St. Patrick’s Athletic und Longford Town

Nun also zu den Konsequenzen der Niederlage von St. Patrick’s Athletic: Einen Tag nach der Niederlage ist Trainer Harry Kenny zurückgetreten, wie der Verein bekannt gab. Kenny war bereits seit Längerem in der Kritik, da er, gemessen an der Qualität des Kaders, eigentlich besser dastehen sollte. Das Pokalaus war nun wohl der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Wer nun für den Rest der Saison übernimmt, ist noch nicht bekannt.

Fast zeitgleich mit der Rücktrittsmeldung von Harry Kenny gab es noch eine ähnliche Meldung aus Longford: Neale Fenn ist zurückgetreten, was zuerst einmal, ausgehend von der Tabellenposition und dem bisherigen Saisonverlauf überraschend aussieht, denn Longford hat noch Aufstiegschancen. Das tags zuvor im Elfmeterschießen verlorene Pokalspiel hat auch nichts damit zu tun, denn bereits in dem Spiel saß Fenn nicht mehr auf der Bank, sein bisheriger Assistent Daire Doyle, der jetzt auch die Mannschaft für den Rest der Saison übernimmt, war bereits dort der Chef an der Seitenlinie. Wenn man Gerüchten glaubt, hat Fenn ein Angebot von Cork City, was der Grund für den Rücktritt sein soll. Von Cork City hat man zu dem Thema bislang nichts Offizielles gehört, Fenn soll aber beim Pokalspiel in Galway gesehen worden sein.

Maciej Tarnogrodzki übernimmt bei UCD

Zwei Tage nach der Trennung von Collie O’Neill hat UCD offiziell seinen Nachfolger ernannt: Maciej Tarnogrodzki, bisher UCDs U19-Trainer, übernimmt die erste Mannschaft. Tarnogrodzki ist seit Anfang 2017 im Verein. Vorher war er einige Zeit bei Bray Wanderers, wo er in der Saison 2015 ebenfalls den Schritt vom U19-Trainer zur ersten Mannschaft gemacht hat, damals aber nur vorübergehend für einige Wochen als Interimstrainer. Das scheint hier jetzt nicht der Fall zu sein, zumindest ist keine Rede davon, dass das nur eine Interimslösung ist.

UCD trennt sich von Collie O’Neill

UCD hat heute Abend überraschend die Trennung von Trainer Collie O’Neill bekannt gegeben. Auch wenn UCD akut abstiegsgefährdet ist und das 1:10 gegen Bohemians am Freitag auch ein sehr schwaches Ergebnis war, war eigentlich nicht damit gerechnet worden, dass O’Neill gehen muss, zumal die zuletzt schlechten Ergebnisse auch damit erklärbar sind, dass UCD wie kein anderes Team in der Liga diesen Sommer Spieler ziehen lassen musste. O’Neill hatte den Posten bei UCD zum Beginn der Saison 2015 angetreten, war also in seiner fünften Saison. Wer jetzt seine Nachfolge antritt, ist noch offen.

Stuart Ashton wird Interimstrainer in Cobh

Nach dem Rücktritt von Stephen Henderson am vergangenen Freitag haben Cobh Ramblers den bisherigen Co-Trainer Stuart Ashton zum Interimstrainer befördert. Gleichzeitig beginnt die Suche nach einem Nachfolger.

Für Ashton ist es nicht das erste Mal, dass er vom Co-Trainer zum Interimstrainer befördert wird: In der Saison 2013 war er Co-Trainer bei Cork City und übernahm die Mannschaft nach dem Abgang von Tommy Dunne bis zum Saisonende.

Cork City trennt sich von John Caulfield

Cork City hat sich heute von Trainer John Caulfield getrennt. Nach acht sieglosen Ligapartien in Folge, Platz 8 in der Liga und zuletzt dem Heimunentschieden gegen den Tabellenletzten Finn Harps wurden nun Konsequenzen gezogen, und Caulfield verlässt den Verein.
Caulfield war seit Winter 2013/14 im Amt, hat das Team in der Liga zu einer Meisterschaft und vier zweiten Plätzen geführt, außerdem zu zwei Pokalsiegen und zwei weiteren Finalteilnahmen. Damit ist er der erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte.
Aber schon gegen Ende der letzten Saison lief es nicht mehr so gut, und der bisherige Verlauf dieser Saison war alles andere als überzeugend. Jetzt wird es erst mal einen Interimstrainer geben (einen Namen gibt es offiziell noch nicht), und in den nächsten Wochen soll ein Nachfolger gesucht werden.

Waterford bekommt keine Lizenz für die Teilnahme an der Europa League-Qualifikation

Sportlich hatte sich Waterford FC letzte Saison als Tabellenvierter für die Europa League-Qualifikation qualifiziert, aber aufgrund der Drei-Jahres-Regel der UEFA gab es noch Zweifel an der Qualifikation: Die Regel besagt (etwas vereinfacht), dass ein Verein in seiner aktuellen Form mindestens drei Jahre existiert haben muss, um in den europäischen Wettbewerben startberechtigt zu sein. Und genau hier ist der Haken: Als Waterford (damals noch unter dem Namen Waterford United) im Herbst 2016 vom aktuellen Eigentümer übernommen wurde, wurde einiges umstrukturiert und sowohl der Vereinsname als auch das Wappen geändert. Hier stellte sich die Frage, ob diese Maßnahmen in der Gesamtheit dazu geführt haben, dass formal ein neuer Verein entstanden ist. Sollte dem so sein, ist dieser neue Verein noch keine drei Jahre alt.

Die Frage war zumindest in der irischen Fußballöffentlichkeit schon fast aus dem Gedächtnis verschwunden, als St. Patrick’s Athletic (letztjähriger Tabellenfünfter) sich kürzlich an die FAI wandte und die Frage wieder hervorholte. Nun gab es eine Antwort von der UEFA an die FAI in der Sache: Waterford bekommt keine Lizenz. Die UEFA sieht es also so, dass Waterford FC in seiner aktuellen Form noch keine drei Jahre existiert. Nachrücker wird aller Voraussicht nach, genau, St. Patrick’s Athletic.