John O’Shea wird Interims-Nationaltrainer für die nächsten zwei Länderspiele

Man sollte ja eigentlich meinen, die FAI hätte genug Zeit gehabt, einen neuen Nationaltrainer zu finden, nachdem Stephen Kennys Vertrag im November abgelaufen war. Aber trotzdem gibt es erst einmal eine Übergangslösung: John O’Shea, Ex-Nationalspieler (118 Einsätze für Irland zwischen 2001 und 2018), übernimmt für die kommenden zwei Freundschaftsspiele gegen Belgien und die Schweiz. O’Shea war von Februar bis November 2023 Kennys Co-Trainer, davor Co-Trainer der U21-Auswahl. Das hat natürlich den Vorteil, dass er viele Spieler schon kennt. Anfang April soll dann der offizielle Nachfolger vorgestellt werden. Spekulationen gibt es schon seit Wochen, Topfavorit der Buchmacher ist der aktuelle U21-Trainer Englands, Lee Carsley.

Offiziell: Kein neuer Vertrag für Stephen Kenny

Die FAI hat heute Abend bestätigt, dass Stephen Kennys Vertrag als Nationaltrainer nicht verlängert wird. Angesichts der verpassten EM-Qualifikation und der Ergebnisse der letzten Monate ist das nicht überraschend, sondern war eigentlich schon erwartet worden. Ich habe das ja in einigen Beiträgen zur Nationalmannschaft auch schon angedeutet. Jetzt hat die FAI einige Monate Zeit einen Nachfolger zu finden, denn das nächste Länderspielfenster ist erst im März (Freundschaftsspiele), und das nächste Pflichtspiel erst im September nächsten Jahres. Natürlich werden schon Namen gehandelt (manche realistisch, manche eher nicht), aber ich denke, dass zumindest in diesem Jahr wohl noch kein neuer Trainer präsentiert wird.

Ausrichtung der EM 2028 offiziell bestätigt

Nach dem Rückzug der türkischen Bewerbung war es nur noch eine Formsache, heute wurde es offiziell bestätigt: Großbritannien und Irland richten die EM 2028 aus. Die EM 2032 geht nach Italien und in die Türkei.

Es wird davon ausgegangen, dass Dublin sechs Partien im Aviva-Stadion bekommt: Vier Gruppenspiele und je eine Achtelfinal- und Viertelfinalpartie. Der Casement Park in Belfast soll fünf Spiele bekommen.

Irland ist übrigens nicht automatisch qualifiziert, die UEFA hat aber offenbar eine Art Sicherheitsnetz geplant: Falls sich nicht alle ausrichtenden Verbände (England, Schottland, Wales, Nordirland, Irland) qualifizieren, sollen wohl die besten zwei nicht über den „normalen“ Weg qualifizierten Ausrichtermannschaften trotzdem dabei sein.

Ausrichtung der EM 2028 fast sicher in Großbritannien und Irland

Nach einer heutigen Meldung der UEFA ist es fast sicher, dass die EM 2028 in Großbritannien und Irland stattfinden wird.

Wie ich hier im Blog vor längerer Zeit schon geschrieben hatte, hatten die britischen Verbände und die FAI ein gemeinsames Gebot für die Ausrichtung der EM 2028 bei der UEFA eingereicht. Das einzige Gegengebot kam dabei aus der Türkei. Nun hat die Türkei aber ein gemeinsames Gebot mit Italien für die EM 2032 eingereicht. In Folge dessen wurde das türkische Gebot für die EM 2028 zurückgezogen, womit nur das britisch-irische Gebot übrig bleibt. Offiziell bestätigt wird die Vergabe der EM wohl am 10. Oktober. Auf der irischen Insel würden bei der EM Spiele im Aviva-Stadion in Dublin sowie im Casement Park in Belfast stattfinden. Letzterer wird bis dahin quasi vollständig neu gebaut werden.

Keine Vertragsverlängerung für Frauen-Nationaltrainerin Vera Pauw

Trotz der erstmaligen Teilnahme an einer Frauen-WM hat die FAI sich dazu entschieden, den mit Ende der WM abgelaufenen Vertrag der Trainerin der Frauen-Nationalmannschaft, Vera Pauw, nicht zu verlängern. Das wurde gestern Abend bekannt. Während die sportliche Seite sicher nicht der Grund dafür gewesen sein dürfte, gab es in den letzten Monaten Kritik an ihrem Umgang mit Spielerinnen, ausgelöst durch einen Untersuchungsbericht aus den USA, der sich u.a. auf ihre Zeit als Trainerin in Houston vor einigen Jahren bezog.

Interimsweise übernimmt jetzt Eileen Gleeson, die von 2019 bis 2021 Co-Trainerin von Pauw war, dann Trainerin von Glasgow City FC und zuletzt bei der FAI Chefin der Frauenfußballabteilung war.

FAI stampft Pläne für Exzellenzzentrum in Cork ein

Was wurde eigentlich aus… dem geplanten Fussball-Exzellenzzentrum in Cork, von dem ich im Dezember 2016 hier schrieb? – Nichts. Wie gestern bekannt wurde, hat die FAI das Projekt beerdigt.

Rückblick: Ende des Jahres 2016 hatte die FAI gemeinsam mit Cork County Council und FORAS bekannt gegeben, dass in Glanmire (einem Vorort im Nordosten von Cork) ein Fussball-Exzellenzzentrum für die Region gebaut werden soll. Baubeginn sollte schon 2017 sein, zur EM 2020 sollte es fertig sein und als mögliche Trainingsbasis für EM-Teilnehmer zur Verfügung stehen. Hauptnutzer der Anlage sollte Cork City sein, das die Anlage als Trainingsgelände nutzen wollte. Es kam nur alles etwas anders.

Die Finanzierung des Projekts war offenbar von Anfang an fraglich. Ein Teil sollte aus öffentlichen Fördermitteln kommen, ein anderer Teil (rund 5 Millionen Euro) von der FAI. Aber die FAI hatte die 5 Millionen anscheinend erst mal nicht, und so passierte erst mal nichts, das Gelände lag brach. Dann kam ab März 2019 nach und nach ans Licht, wie es um die Finanzen der FAI bestellt war, und staatliche Fördergelder für die FAI wurden eingefroren. 2020 wurden 2 Millionen Euro an öffentlichen Fördergeldern bewilligt, aber die klamme Situation bei der FAI bedeutete, dass die FAI ihren Teil nicht beitragen konnte, und so passierte weiter nichts.

Die Baugenehmigung, die ursprünglich 2016 erteilt worden war, wurde 2021 verlängert (sonst wäre sie wohl ausgelaufen), aber jetzt hat die FAI einen Schlussstrich unter die Pläne gezogen. Wie es jetzt mit dem nach wie vor brach liegenden Gelände weitergeht, ist noch offen. Aber ein Exzellenzzentrum wird es nicht mehr.

Großbritannien und Irland reichen Bewerbung für die Ausrichtung der EM 2028 ein

Großbritannien und Irland haben heute ihre gemeinsame Bewerbung für die Ausrichtung der EM 2028 bei der UEFA eingereicht. Ursprünglich war mal angedacht gewesen, sich für die WM 2030 zu bewerben, aber dann ist man vor rund einem Jahr auf den Plan umgeschwenkt, sich für die EM 2028 zu bewerben, weil dafür wohl die erforderlichen Investitionskosten geringer sind. Nun haben die beteiligten Verbände also offiziell ihre Bewerbung eingereicht. Von den 10 in der Bewerbung aufgeführten Stadien werden sechs in England sein und je eines in Schottland, Wales, Irland und Nordirland. In Irland ist es wenig überraschend das Aviva Stadium (das in diesem Zusammenhang als „Dublin Arena“ bezeichnet wird, um keinen Sponsorennamen zu verwenden). In Nordirland ist es das GAA-Stadion Casement Park in Belfast, das seit Langem umfassend renoviert werden soll. Die GAA hatte kürzlich ihr Einverständnis zur Nutzung des Stadions (sowie des letztlich nicht berücksichtigten Stadions Croke Park in Dublin) gegeben.

Die einzige konkurrierende Bewerbung wurde von der Türkei eingereicht, die Entscheidung, wer den Zuschlag erhält, soll im Herbst fallen.

Kerry FC erhält First Division-Lizenz

Vereinswappen von Kerry FC

Die League of Ireland darf zur kommenden Saison einen neuen Verein begrüßen: Kerry FC hat nun offiziell eine Lizenz für die First Division bekommen und ist damit nächstes Jahr dabei. Damit wird der nach der Fusion von Bray Wanderers und Cabinteely in der First Division freigewordene Platz wieder gefüllt und es gibt wieder 10 Teams in der Division. Kerry FC wird seine Heimspiele im Mounthawk Park in Tralee austragen und wird damit der bislang westlichste Verein in der League of Ireland. Willkommen in der Liga!

In den nationalen Jugendligen gab es bereits seit einigen Jahren Mannschaften aus Kerry, die bislang von der lokalen Kerry District League betrieben wurden. Diese werden nun wohl den Jugend-Unterbau für Kerry FC bilden.

Auch die anderen League of Ireland-Vereine haben heute ihre Lizenzen erteilt bekommen. Damit ist die FAI mit der Lizenzvergabe diesmal deutlich eher dran als in früheren Jahren, als es oft bis Februar dauerte, bis die Lizenzen vergeben waren.

Mindestlohn in der League of Ireland

Wenn von Mindestlohn die Rede ist, sind Fussballprofis nicht gerade die erste Berufsgruppe, an die man dabei denkt. Bei den Millionengehältern in den europäischen Topligen ist das durchaus verständlich. In kleinen Ligen mit knappen Budgets ist das aber durchaus ein Thema.

Am Montagabend meldete der Irish Independent, dass sich die relevanten Parteien in der League of Ireland (die Spielergewerkschaft PFAI, das Ligakommittee der FAI und Vertreter der Vereine) auf eine Mindestlohnregelung verständigt haben.

Ab der kommenden Saison sollen Vollzeitprofis, die 20 Jahre und älter sind, mindestens 430€ pro Woche verdienen. Teilzeitprofis über 20 sollen mindestens 130€ pro Woche verdienen. Für jüngere Spieler gelten nach Alter gestaffelt etwas niedrigere Beträge. Darüber müssen Teilzeitprofis nun auch während der Saisonvorbereitung bezahlt werden, was bislang nicht der Fall war. Amateurspieler haben (wie bisher) nur Anspruch auf Erstattung ihrer Auslagen.

Auf das Stammpersonal der Topclubs dürfte die Regelung keine wesentlichen Auswirkungen haben (die verdienen mehr), interessant wird es wohl eher für Spieler der Vollzeit-Vereine in der unteren Hälfte der Premier Division und in der First Division sowie Teilzeit-Vereine in der unteren Hälfte der First Division. Für die Vereine heißt das dann, dass sie möglicherweise an anderer Stelle sparen müssen. Kleinere Kader, mit Amateuren und Jugendspielern aufgefüllt vielleicht. Man wird abwarten müssen, wie sich das auswirkt, ob es eventuell den Abstand zwischen den Topclubs und dem Rest vergrößert, weil sich die Topclubs größere Kader leisten können – was natürlich schon jetzt der Fall ist, sich aber noch verstärken könnte.

Sligo Rovers verlieren Partie gegen Dundalk am grünen Tisch

Sligo Rovers haben im Rennen um die internationalen Plätze einen deutlichen Rückschlag hinnehmen müssen: Die Partie gegen Dundalk, die Sligo letzte Woche Montag mit 2:0 gewonnen hatte, wird mit 0:3 gewertet. Sligo soll einen gelbgesperrten Spieler eingesetzt haben. Dundalk zieht durch die so gewonnenen Punkte wieder an Derry City vorbei auf Platz 2.

Sligo Rovers geben in einer Stellungnahme zu, dass ein Fehler gemacht wurde, sagen aber auch, dass der betreffende Spieler auf mehreren Listen nicht als gesperrt aufgeführt wurde, was zum Problem beigetragen hat. Man wird sich in dem Fall noch rechtlichen Rat einholen.

Pikanterweise taucht der Name des betreffenden Spielers auch in der Auflistung der Sperren für die betreffende Woche auf der offiziellen Seite der Liga nicht auf. Vielleicht hilft das Sligo noch, falls sie weitere Rechtsmittel einlegen sollten.