Keine EM-Spiele in Dublin

Die UEFA hat heute entschieden, die für Dublin vorgesehenen Spiele der kommenden EM an andere Spielorte zu verlegen. Die Gruppenspiele sollen nun in St. Petersburg stattfinden, und das Achtelfinalspiel wird in Wembley stattfinden. Der Grund für die Verlegung ist, dass die irische Regierung und die FAI nicht garantieren konnten, dass zur EM Zuschauer im Stadion zugelassen sein würden.

Überraschend kam diese Entscheidung nicht. Seit klar war, dass die UEFA auf Zuschauern bestehen würde, war absehbar, dass das ein Problem darstellen könnte. Eine Garantie für Zuschauer abzugeben, hätte nicht zur irischen Coronapolitik gepasst, und daher war die Entscheidung folgerichtig. Da Irland sich nicht qualifiziert hat, hält sich die öffentliche Enttäuschung darüber auch in Grenzen.

WatchLOI wird fortgesetzt, neue Streamingplattform für First Division und Women’s National League

Die FAI hat heute bekannt gegeben, dass die Streamingplattform WatchLOI, die letzten Sommer gestartet wurde, vorerst bis Juni weiterbetrieben wird. WatchLOI war gestartet worden, da coronabedingt wie in den meisten anderen Ländern auch in Irland keine Fans mehr in die Stadien durften, was nach wie vor der Fall ist. Die Fortsetzung war trotzdem fraglich, weil die Abonnentenzahlen nicht so hoch waren wie erhofft. Jetzt geht es also erst mal bis Juni weiter.

Wie in der letzten Saison wird WatchLOI keine Spiele der First Division oder der Women’s National League streamen. Um diese jetzt auch zu bedienen, wird es eine weitere Streamingplattform namens LOITV geben. Im Gegensatz zu WatchLOI, das durch Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender RTÉ mit klassischen Fernsehkameras produziert wird, wird LOITV auf automatische, KI-gesteuerte Kameras setzen und daher wohl deutlich günstiger zu produzieren sein. Das KI-gesteuerte Kamerasystem wird dabei das gleiche sein, das letztes Jahr bei einem Spiel der schottischen Championship für internationale Schlagzeilen gesorgt hat, da es immer wieder statt auf den Ball auf die Glatze eines Linienrichters fokussiert hat. Ich hoffe mal, das funktioniert hier besser…

U19- und U17-Meisterschaften sollen doch zu Ende gespielt werden

Teilweise Kehrtwende bezüglich der Jugendmeisterschaften: Erst letzte Woche hatte die FAI den Abbruch der Saison in den nationalen Jugendligen bekannt gegeben (ich schrieb hier auch etwas dazu). Nach Gesprächen zwischen der FAI und dem Sportministerium gab die FAI nun gestern Abend bekannt, dass die U19- und U17-Meisterschaften doch weitergespielt werden sollen. Damit werden in diesen beiden Altersklassen doch Meister ermittelt.

Voraussichtlich werden sich aber nicht alle Vereine an der Fortsetzung beteiligen, da einige den Trainingsbetrieb für die aktuelle Saison schon eingestellt hatten und die Spieler in die Winterpause geschickt haben. Man wird wohl am Wochenende sehen, wer für diese Saison noch dabei ist.

Saison in den nationalen Jugendligen abgebrochen

Eigentlich fehlen zum Abschluss der Saison in der League of Ireland noch die Titel der Nachwuchsmannschaften in den U13 bis U19-Ligen. Nachdem die Ligen Mitte Oktober aufgrund von coronabedingten Einschränkungen unterbrochen worden waren, hatten die Vereine und die FAI gehofft, die Meisterschaften im Dezember zu Ende spielen zu können, da ab dem 1. Dezember einige Einschränkungen wieder gelockert wurden. Leider musste die FAI aber am Donnerstag vermelden, dass dies nicht möglich ist. Damit ist die Saison für den Jugendbereich auch beendet, ohne dass es Meister in den jeweiligen Altersklassen gibt.

Stephen Kenny übernimmt ab sofort als Nationaltrainer

Die Coronavirus-Epidemie hat in den letzten Wochen nicht nur alle Fußballaktivitäten zum Erliegen gebracht, sie hat der FAI auch ein recht spezielles Dilemma beschert: Als Mick McCarthy im November 2018 den Posten des irischen Nationaltrainers übernahm, wurde gleichzeitig festgelegt, dass Stephen Kenny ihn nach der EM 2020 beerben soll. Da aber in Verträgen üblicherweise ein konkretes Datum steht, hieß das, dass McCarthys Vertrag bis zum 31.07.2020 läuft und Kenny am 01.08.2020 übernimmt. Was damals natürlich niemand ahnen konnte, ist, dass die EM wegen Corona um ein Jahr verschoben werden würde. Schon als die UEFA am 17.03. den Aufschub der EM bekannt gab, kam die Frage auf, was das für die Verträge der beiden Trainer bedeutet. Bleibt man bei den in den Verträgen festgelegten Daten, oder passt man die Verträge an die verschobene EM an? Da aber gleichzeitig bekannt gegeben wurde, dass die Playoffs zur EM, an denen Irland ja beteiligt ist, nun im Juni stattfinden sollten, sah es danach aus, als ob man erst einmal abwarten will, ob Irland sich überhaupt über die Playoffs qualifiziert.

Am Mittwoch hat die UEFA die Playoffs nun erneut verschoben, ein neuer Termin steht noch nicht fest. Aber zumindest finden sie nicht im Juni statt. Und so stellte sich wieder die Frage nach den Verträgen der beiden Trainer, denn einer von Beiden muss ja die Vorbereitungen für die wann auch immer stattfindenden Playoffs treffen. Heute gab nun die FAI ihre Entscheidung in der Sache bekannt: Stephen Kenny übernimmt ab sofort, McCarthy bekommt noch eine Abfindung und falls die Mannschaft sich für die EM qualifiziert, einen Bonus. Damit haben alle Beteiligten nun Planungssicherheit in dieser Hinsicht. Bezüglich der Frage, wann wieder gespielt wird, kann man von Planungssicherheit dagegen noch nicht sprechen…

League of Ireland peilt 19. Juni als Datum für die Fortsetzung des Spielbetriebs an

Dass der 29. März als Datum für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs unrealistisch ist, war eigentlich schon zu erwarten, als zunächst eine Pause bis eben zum 29. März verkündet wurde. Heute wurde nun ein neues Zieldatum bekannt gegeben, das die FAI, die Liga und die Vereine anpeilen: der 19. Juni soll es sein, vorausgesetzt, die Entwicklung in Sachen Coronavirus lässt das zu. Die Saison soll bis in den Dezember verlängert werden, wobei die Premier Division drei statt vier Runden spielen soll, also 27 statt 36 Spieltage. Der Ligapokal wird ausgesetzt.

Die ungeplante Pause von drei Monaten stellt die Vereine, so wie in anderen Ländern auch, wirtschaftlich vor Herausforderungen. Drogheda United hat bereits am Montag entschieden, Zahlungen an die Spieler der ersten Mannschaft und an die Trainer einzustellen, Sligo Rovers hat gestern alle Spieler, Trainer und Mitarbeiter vorübergehend entlassen, damit diese über ein Regierungsprogramm bezahlt werden können, das speziell für Arbeitnehmer aufgelegt wurde, die durch die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen vorübergehend arbeitslos werden. Sobald der Ligabetrieb weitergeht, sollen alle wieder zu den alten Konditionen eingestellt werden.

Es ist davon auszugehen, dass Drogheda und Sligo nicht die einzigen Vereine mit entsprechenden Maßnahmen bleiben werden.

Irischer Fußball pausiert bis 29. März

Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Epidemie hat die FAI heute Abend beschlossen, alle Fußballaktivitäten bis zum 29. März auszusetzen. Der Verband folgt damit einer heute Mittag verkündeten Anordung der Regierung, alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern in geschlossenen Räumen oder mehr als 500 Teilnehmern unter freiem Himmel abzusagen. Andere Sportverbände in Irland haben ähnliche Beschlüsse gefasst.

Rettungsdeal für die FAI vereinbart

Für die hochverschuldete FAI gab es heute gute Nachrichten: Das Sportministerium, die UEFA und die Bank of Ireland haben eine Lösung vereinbart, die die FAI zumindest auf absehbare Zeit erst mal über Wasser halten soll. Die seit April letzten Jahres eingefrorenen Zahlungen des Ministeriums, die über Sport Ireland an die FAI gehen, werden wieder aufgenommen und der jährliche Betrag bis 2023 sogar verdoppelt, zusätzlich gewährt das Ministerium der FAI über die nächsten drei Jahre einen zinslosen Kredit über 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Dies war nun wohl möglich, da nun alle „alten“ Köpfe an der Spitze der FAI ausgetauscht wurden (eine Voraussetzung aus Sicht des Ministeriums).

Die Bank of Ireland steigt unter Anderem als Sponsor ein, und die UEFA hat bereits Vorschüsse auf TV-Einnahmen gewährt (ich denke, das dürfte Einnahmen aus EM/WM-Qualifikationsspielen und ähnlichem betreffen).

Der vereinbarte Deal ist mit Auflagen verbunden, insbesondere einer Jobgarantie für 18 Monate für die FAI-Angestellten im unteren und mittleren Einkommensbereich und Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Führung des Verbands.

FAI hat neuen Präsidenten

Die FAI hat heute auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einen neuen Präsidenten gewählt, nachdem der bisherige Präsident Donal Conway im Dezember seinen Rücktritt angekündigt hatte. Der neue Präsident heißt Gerry McAnaney.

McAnaney ist früherer Vorsitzender des Fußballverbands der irischen Streitkräfte. Er setzte sich mit 88 zu 40 Stimmen gegen Martin Heraghty, den Vereinsvorsitzenden von Sligo Rovers, durch.

Bereits vor einigen Tagen hat die FAI Gary Owens als neuen Interimsgeschäftsführer eingesetzt. Owens hat Erfahrung in ähnlichen Rollen unter Anderem bei Athletics Ireland.

Posse um Limerick FC führt zu zweitem Spielplan für die First Division 2020

Limerick FC ist insolvent und nimmt daher nicht an der First Division 2020 teil – oder doch? Die letzten zwei Wochen haben jedenfalls nicht gerade zur Klarheit beigetragen. Aber jetzt erst mal der Reihe nach:

Im September ist Limerick FC in das Examinership-Verfahren eingetreten, was ein Insolvenzverfahren ist. Als Konsequenz davon wurden Limerick am Ende der Saison 26 Punkte abgezogen, was den Verein ans Tabellenende der First Division befördert hat. Während Limerick im Examinership-Verfahren war, bereiteten die anderen Vereine ihre Lizenzanträge für die Saison 2020 vor, Limerick FC bekam aber von der FAI signalisiert, dass sie wegen der laufenden Insolvenz 2020 keine Lizenz bekämen und gar keinen Antrag stellen sollten (oder so ähnlich).
Das Examinership-Verfahren endete im Dezember erfolglos, d.h. es wurde kein neuer Investor gefunden. Zu dem Zeitpunkt sah es so aus, als wenn Limerick FC liquidiert werden würde. Ein neuer Verein, Limerick United, wurde gegründet, um die Damen- und Jugendmannschaften zu übernehmen. Den freien Platz in der First Division soll (trotz Widerstands der anderen Vereine) die Zweitvertretung von Shamrock Rovers einnehmen, und ein entsprechender Spielplan wurde veröffentlicht. Das war der Stand vor zwei Wochen. Dann zog Pat O’Sullivan, Limericks Eigentümer, gegen die FAI vor Gericht.

O’Sullivan argumentierte, es sei nicht korrekt gewesen, Limerick quasi von vornherein die Chance auf eine Lizenz zu verweigern. Außerdem habe er inzwischen einen Investor, der in den nächsten drei Jahren insgesamt 500000€ bereitstellen will. Ob diese Summe ausreicht, um dem Verein das Überleben zu sichern, ist fraglich, aber es wurde zumindest schnell klar, dass O’Sullivans Argument bezüglich der Verweigerung der Chance auf eine Lizenz durchaus berechtigt ist. Daher einigten sich O’Sullivan und die FAI Ende letzter Woche außergerichtlich darauf, dass Limerick FC kurzfristig einen Lizenzantrag einreichen kann, und das Gerichtsverfahren wurde am Montag eingestellt.

Nun stellt sich aber natürlich die Frage, was passiert, wenn Limerick nun auch eine Lizenz bekommen sollte. Die Zweitvertretung von Shamrock Rovers kann dann wohl nicht kurzfristig wieder rausgeworfen werden, also könnte der Fall eintreten, dass die First Division plötzlich aus 11 Mannschaften besteht. Für diesen Fall wurde nun gestern ein alternativer Spielplan veröffentlicht, der 22 First Division-Spieltage vorsieht und vor Beginn der First Division einen Wettbewerb namens „First Division Shield“ stattfinden lässt. Welcher der Spielpläne nun tatsächlich ausgeführt wird, wird sich wohl erst nach der Entscheidung über die Lizenzerteilung klar sein, die für den 6. Februar angesetzt ist.