Stephen Kenny übernimmt ab sofort als Nationaltrainer

Die Coronavirus-Epidemie hat in den letzten Wochen nicht nur alle Fußballaktivitäten zum Erliegen gebracht, sie hat der FAI auch ein recht spezielles Dilemma beschert: Als Mick McCarthy im November 2018 den Posten des irischen Nationaltrainers übernahm, wurde gleichzeitig festgelegt, dass Stephen Kenny ihn nach der EM 2020 beerben soll. Da aber in Verträgen üblicherweise ein konkretes Datum steht, hieß das, dass McCarthys Vertrag bis zum 31.07.2020 läuft und Kenny am 01.08.2020 übernimmt. Was damals natürlich niemand ahnen konnte, ist, dass die EM wegen Corona um ein Jahr verschoben werden würde. Schon als die UEFA am 17.03. den Aufschub der EM bekannt gab, kam die Frage auf, was das für die Verträge der beiden Trainer bedeutet. Bleibt man bei den in den Verträgen festgelegten Daten, oder passt man die Verträge an die verschobene EM an? Da aber gleichzeitig bekannt gegeben wurde, dass die Playoffs zur EM, an denen Irland ja beteiligt ist, nun im Juni stattfinden sollten, sah es danach aus, als ob man erst einmal abwarten will, ob Irland sich überhaupt über die Playoffs qualifiziert.

Am Mittwoch hat die UEFA die Playoffs nun erneut verschoben, ein neuer Termin steht noch nicht fest. Aber zumindest finden sie nicht im Juni statt. Und so stellte sich wieder die Frage nach den Verträgen der beiden Trainer, denn einer von Beiden muss ja die Vorbereitungen für die wann auch immer stattfindenden Playoffs treffen. Heute gab nun die FAI ihre Entscheidung in der Sache bekannt: Stephen Kenny übernimmt ab sofort, McCarthy bekommt noch eine Abfindung und falls die Mannschaft sich für die EM qualifiziert, einen Bonus. Damit haben alle Beteiligten nun Planungssicherheit in dieser Hinsicht. Bezüglich der Frage, wann wieder gespielt wird, kann man von Planungssicherheit dagegen noch nicht sprechen…

League of Ireland peilt 19. Juni als Datum für die Fortsetzung des Spielbetriebs an

Dass der 29. März als Datum für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs unrealistisch ist, war eigentlich schon zu erwarten, als zunächst eine Pause bis eben zum 29. März verkündet wurde. Heute wurde nun ein neues Zieldatum bekannt gegeben, das die FAI, die Liga und die Vereine anpeilen: der 19. Juni soll es sein, vorausgesetzt, die Entwicklung in Sachen Coronavirus lässt das zu. Die Saison soll bis in den Dezember verlängert werden, wobei die Premier Division drei statt vier Runden spielen soll, also 27 statt 36 Spieltage. Der Ligapokal wird ausgesetzt.

Die ungeplante Pause von drei Monaten stellt die Vereine, so wie in anderen Ländern auch, wirtschaftlich vor Herausforderungen. Drogheda United hat bereits am Montag entschieden, Zahlungen an die Spieler der ersten Mannschaft und an die Trainer einzustellen, Sligo Rovers hat gestern alle Spieler, Trainer und Mitarbeiter vorübergehend entlassen, damit diese über ein Regierungsprogramm bezahlt werden können, das speziell für Arbeitnehmer aufgelegt wurde, die durch die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen vorübergehend arbeitslos werden. Sobald der Ligabetrieb weitergeht, sollen alle wieder zu den alten Konditionen eingestellt werden.

Es ist davon auszugehen, dass Drogheda und Sligo nicht die einzigen Vereine mit entsprechenden Maßnahmen bleiben werden.

Irischer Fußball pausiert bis 29. März

Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Epidemie hat die FAI heute Abend beschlossen, alle Fußballaktivitäten bis zum 29. März auszusetzen. Der Verband folgt damit einer heute Mittag verkündeten Anordung der Regierung, alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern in geschlossenen Räumen oder mehr als 500 Teilnehmern unter freiem Himmel abzusagen. Andere Sportverbände in Irland haben ähnliche Beschlüsse gefasst.

Rettungsdeal für die FAI vereinbart

Für die hochverschuldete FAI gab es heute gute Nachrichten: Das Sportministerium, die UEFA und die Bank of Ireland haben eine Lösung vereinbart, die die FAI zumindest auf absehbare Zeit erst mal über Wasser halten soll. Die seit April letzten Jahres eingefrorenen Zahlungen des Ministeriums, die über Sport Ireland an die FAI gehen, werden wieder aufgenommen und der jährliche Betrag bis 2023 sogar verdoppelt, zusätzlich gewährt das Ministerium der FAI über die nächsten drei Jahre einen zinslosen Kredit über 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Dies war nun wohl möglich, da nun alle „alten“ Köpfe an der Spitze der FAI ausgetauscht wurden (eine Voraussetzung aus Sicht des Ministeriums).

Die Bank of Ireland steigt unter Anderem als Sponsor ein, und die UEFA hat bereits Vorschüsse auf TV-Einnahmen gewährt (ich denke, das dürfte Einnahmen aus EM/WM-Qualifikationsspielen und ähnlichem betreffen).

Der vereinbarte Deal ist mit Auflagen verbunden, insbesondere einer Jobgarantie für 18 Monate für die FAI-Angestellten im unteren und mittleren Einkommensbereich und Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Führung des Verbands.

FAI hat neuen Präsidenten

Die FAI hat heute auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einen neuen Präsidenten gewählt, nachdem der bisherige Präsident Donal Conway im Dezember seinen Rücktritt angekündigt hatte. Der neue Präsident heißt Gerry McAnaney.

McAnaney ist früherer Vorsitzender des Fußballverbands der irischen Streitkräfte. Er setzte sich mit 88 zu 40 Stimmen gegen Martin Heraghty, den Vereinsvorsitzenden von Sligo Rovers, durch.

Bereits vor einigen Tagen hat die FAI Gary Owens als neuen Interimsgeschäftsführer eingesetzt. Owens hat Erfahrung in ähnlichen Rollen unter Anderem bei Athletics Ireland.

Posse um Limerick FC führt zu zweitem Spielplan für die First Division 2020

Limerick FC ist insolvent und nimmt daher nicht an der First Division 2020 teil – oder doch? Die letzten zwei Wochen haben jedenfalls nicht gerade zur Klarheit beigetragen. Aber jetzt erst mal der Reihe nach:

Im September ist Limerick FC in das Examinership-Verfahren eingetreten, was ein Insolvenzverfahren ist. Als Konsequenz davon wurden Limerick am Ende der Saison 26 Punkte abgezogen, was den Verein ans Tabellenende der First Division befördert hat. Während Limerick im Examinership-Verfahren war, bereiteten die anderen Vereine ihre Lizenzanträge für die Saison 2020 vor, Limerick FC bekam aber von der FAI signalisiert, dass sie wegen der laufenden Insolvenz 2020 keine Lizenz bekämen und gar keinen Antrag stellen sollten (oder so ähnlich).
Das Examinership-Verfahren endete im Dezember erfolglos, d.h. es wurde kein neuer Investor gefunden. Zu dem Zeitpunkt sah es so aus, als wenn Limerick FC liquidiert werden würde. Ein neuer Verein, Limerick United, wurde gegründet, um die Damen- und Jugendmannschaften zu übernehmen. Den freien Platz in der First Division soll (trotz Widerstands der anderen Vereine) die Zweitvertretung von Shamrock Rovers einnehmen, und ein entsprechender Spielplan wurde veröffentlicht. Das war der Stand vor zwei Wochen. Dann zog Pat O’Sullivan, Limericks Eigentümer, gegen die FAI vor Gericht.

O’Sullivan argumentierte, es sei nicht korrekt gewesen, Limerick quasi von vornherein die Chance auf eine Lizenz zu verweigern. Außerdem habe er inzwischen einen Investor, der in den nächsten drei Jahren insgesamt 500000€ bereitstellen will. Ob diese Summe ausreicht, um dem Verein das Überleben zu sichern, ist fraglich, aber es wurde zumindest schnell klar, dass O’Sullivans Argument bezüglich der Verweigerung der Chance auf eine Lizenz durchaus berechtigt ist. Daher einigten sich O’Sullivan und die FAI Ende letzter Woche außergerichtlich darauf, dass Limerick FC kurzfristig einen Lizenzantrag einreichen kann, und das Gerichtsverfahren wurde am Montag eingestellt.

Nun stellt sich aber natürlich die Frage, was passiert, wenn Limerick nun auch eine Lizenz bekommen sollte. Die Zweitvertretung von Shamrock Rovers kann dann wohl nicht kurzfristig wieder rausgeworfen werden, also könnte der Fall eintreten, dass die First Division plötzlich aus 11 Mannschaften besteht. Für diesen Fall wurde nun gestern ein alternativer Spielplan veröffentlicht, der 22 First Division-Spieltage vorsieht und vor Beginn der First Division einen Wettbewerb namens „First Division Shield“ stattfinden lässt. Welcher der Spielpläne nun tatsächlich ausgeführt wird, wird sich wohl erst nach der Entscheidung über die Lizenzerteilung klar sein, die für den 6. Februar angesetzt ist.

FAI hat Verbindlichkeiten von über 55 Millionen Euro

Gestern fand eine Pressekonferenz der FAI statt, in der es hauptsächlich um die finanzielle Situation der FAI geht – und die ist nicht gerade rosig.

Dass es um die Finanzen der FAI nicht besonders gut bestellt ist, ist spätestens seit dem März dieses Jahres bekannt, als herauskam, dass der damalige CEO John Delaney im Jahr 2017 der FAI kurzzeitig 100000€ geliehen hatte. Das Einfrieren der Zahlungen von Sport Ireland an die FAI im Zusammenhang mit dieser Affaire hat die finanzielle Lage sicher auch nicht verbessert (die Zahlungen sind nach wie vor eingefroren), ist aber nicht ursächlich dafür.

In der gestrigen, live vom Fernsehsender RTE auf Twitter gestreamten, Pressekonferenz gab es also Details dazu: Die gesamten Verbindlichkeiten betragen aktuell rund 55 Millionen Euro, Bilanzen von 2016 und 2017 mussten deutlich nach unten korrigiert werden, die Bilanz von 2018 weist einen Verlust von fast 9 Millionen Euro aus. Nicht gerade positive Zahlen. Auch die Abfindung, auf die sich die FAI mit John Delaney nach seinem Rücktritt im September geeinigt hat, wurde genannt: 462000€. Diese Summe, und die ausbleibenden Zahlungen von Sport Ireland, lassen vermuten, dass auch die Bilanz 2019 nicht gut aussehen wird.

Schon vor der Pressekonferenz gab die FAI bekannt, dass Präsident Donal Conway im Januar zurücktritt. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung soll dann ein Nachfolger gewählt werden.

John Delaney tritt zurück

Der ehemalige CEO der FAI, John Delaney, der seit März auf dem neugeschaffenen Posten des „Executive Vice President“ saß, ist gestern Abend zurückgetreten. Das gab die FAI bekannt.

Delaney hatte seinen Posten aufgrund der Turbulenzen in der FAI (über die ich hier relativ wenig geschrieben habe) ruhen lassen, stand aber weiter auf der Gehaltsliste der FAI. Jetzt hat man sich offenbar auf ein Abfindungspaket geeinigt, über dessen Höhe in den Medien munter spekuliert wird.

Sportminister Shane Ross begrüßte heute den Rücktritt, sagte aber auch, dass Details zum Abfindungspaket offengelegt werden müssen, bevor wieder öffentliche Fördergelder an die FAI gezahlt werden können, die seit April eingefroren sind.

League of Ireland startet Testbetrieb für Streamingdienst im Ausland

Die FAI (bzw. die League of Ireland) hat angekündigt, ab dem kommenden Wochenende einen Testlauf für einen Streamingdienst zu starten, der League of Ireland-Spiele ins Ausland überträgt. In Irland selbst werden die Streams nicht abrufbar sein können, da hier die Rechte bei den Fernsehsendern RTE und Eir Sport liegen.

In der ersten Testphase werden Heimspiele von Dundalk und Cork City übertragen, und falls der Test erfolgreich ist, soll dieser Dienst auf die anderen Vereine der Premier Division ausgeweitet werden. Im Gegensatz zum zur Saison 2016 gestarteten Angebot mit Trackchamp wird diesmal kein Sportwettenaccount vorausgesetzt (was zu erheblicher Kritik führte), sondern es ist ein Pay-per-View-Angebot.

Champions Cup zwischen irischem und nordirischem Meister betätigt

Beim Medienevent zum Start der Saison im Februar gab es, wie ich damals schon schrieb, eine Ankündigung seitens der FAI, dass es einen Champions Cup zwischen den Meistern Irlands und Nordirlands geben soll – diese Ankündigung war aber mit den Nordiren nicht abgesprochen und so war unklar, ob es den Wettbewerb tatsächlich geben würde.

Heute wurde dieser Wettbewerb nun bestätigt: Für zunächst drei Jahre soll der Wettbewerb jeweils im November im Anschluss an die irische Saison ausgespielt werden. Der irische und der nordirische Meister spielen in Hin- und Rückspiel den Sieger dieses Wettbewerbs aus. Für dieses Jahr steht Linfield FC bereits als nordirischer Teilnehmer fest, da Linfield vor einigen Wochen die nordirische Meisterschaft 2018/19 gewonnen hat.

Gesponsort wird der Wettbewerb von der grenzüberschreitend tätigen Gewerkschaft Unite, deswegen lautet der offizielle Titel „Unite the Union Champions Cup“. Das Siegerteam erhält 50000€, der Verlierer 25000€.